Was bleibt, wenn etwas aufhört zu wachsen
Roots & Rings · RR-2512-01
Manche Dinge stehen einfach zu lange da.
Ohne Aufgabe.
Ohne klaren Grund, sie zu behalten.

Da war diese Holzscheibe.
Sie lag erst bei dir.
Dann draußen bei mir.
Ich habe sie nicht gesucht.
Aber ich habe sie auch nicht weggeworfen.
breaking is not an end, but a possibility.
Eine Kiefer.
Ungefähr 170 Jahre alt.
55 Zentimeter Durchmesser.
Gewachsen auf trockenem Sandboden.
Jahre kamen.
Jahre gingen.
Die Ringe liegen eng beieinander,
dann wieder weiter auseinander.
Wie Atem.
Wie Zeit.

Beim Abflammen trat Harz aus dem Inneren.
Alt.
Warm.
Etwas, das lange eingeschlossen war.
So riecht Erinnerung.
Die Risse kamen später.
Nicht im Leben des Baums.
Sondern danach.
Nicht, weil er zerbrochen ist.
Sondern weil er aufgehört hat zu wachsen.
Trocknung.
Spannung.
Loslassen.

Ich habe lange nur darauf geschaut.
Auf die Risse.
Die Macken.
Alles, was sichtbar geworden ist,
nachdem es vorbei war.
Ein Riss war größer als die anderen.
Ich habe ihn gesehen
und sofort verstanden.
Und dann war da diese Mitte.'
Dieser kleine Punkt,
der alles zusammenhält.
Unauffällig.
Fast zu leicht zu übersehen.
Aber genau da lag etwas,
das noch intakt war.
Nicht laut.
Nicht eindeutig.
Aber da.

Ich wollte nichts reparieren.
Nichts zurückholen.
Nichts schöner machen.
Ich wollte nur etwas schaffen,
das zeigt,
dass etwas tragen kann,
auch wenn es Risse hat.
Dass nicht alles,
was aufhört zu wachsen,
verloren ist.
Aus diesem Gefühl
ist dieser Druck entstanden.
Langsam.
Schicht für Schicht.
Von Hand.
Und vielleicht ist es genau das:
Kein Versuch, etwas festzuhalten.
Sondern ein Beweis,
dass etwas bleibt.
Wenn dich das trifft,
dann vielleicht nicht ohne Grund.